Bergschuhe für die Besteigung des Matterhorns - Zooom the Matterhorn, Ausstellung am Gornergrat in Zermatt

Bergsteigen am Matterhorn

Ungebrochene Faszination

Seit der Erstbesteigung 1865 hat sich vieles geändert. Ungebrochen ist jedoch die Faszination fürs Matterhorn.

Das Matterhorn zieht Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus der ganzen Welt an. Was früher ein waghalsiges und hochriskantes Unternehmen ist, ist heute für viele ambitionierte Alpinisten möglich geworden. Die Verbesserung der Ausrüstung hat hierzu wesentlich beigetragen.

Solobesteigung mit Begleitung

Im März 1965 besteigt Walter Bonatti die Nordwand im Alleingang, aber nicht ohne seinen Stoffbären im Gepäck. Für ihn eine wichtige Seelenstütze, wie er selbst sagt.

Africa inside

Das Gestein am Matterhorn-Gipfel ist originär afrikanisch. Es besteht vollumfänglich aus Resten der afrikanischen Kontinentalplatte.

Lässt keinen hängen

500 Menschen rettet die Air Zermatt per Seilwinde pro Jahr.

Von 8 bis 89

Jüngster Gipfelstürmer ist Kevin Lauber, der mit acht Jahren das Matterhorn besteigt. Ältester ist Ulrich Inderbinen, der als 89-Jähriger noch die Aussicht vom Gipfel geniesst.

Ganz easy hochgondeln?

Das war tatsächlich mal geplant! Das eidgenössische Parlament winkt 1892 die Idee für eine Seilbahn auf das Matterhorn ohne grosse Diskussionen durch. Dagegen wehren sich allerdings 68’000 Schweizer mit ihrer Unterschrift und verhindern so den Bau.

Perfekt ausgerichtet

Die vier Seiten des Matterhorns zeigen genau in die Himmelsrichtungen – Nord, Süd, Ost und West.

3000 Menschen besteigen pro Sommer das Matterhorn. Übereinandergestapelt würden sie dessen Gipfel überragen.

Dem Himmel ganz nah

1889 folgt der spätere Papst Pius XI dem Ruf des Matterhorns und besteigt den Gipfel.

Gut gesichert am Berg

Keine andere Materialinnovation revolutioniert das Bergsteigen wie das Nylonseil. Früher binden sich Bergsteiger an einem Hanfseil fest, um sich gegenseitig zu sichern. Nicht immer gelingt dies: Stürzt ein Bergsteiger, zieht er die gesamte Seilschaft oft mit sich in den Abgrund. Ausserdem reisst das Seil bei hoher Belastung. 1940 kommt der technische Durchbruch mit dem ersten gedrehten Nylonseil. Von nun an folgt eine technische Innovation auf die nächste. Die synthetischen Seile halten selbst widrigsten Bedingungen stand. So ermöglicht das moderne Seil heute auch weniger Erfahrenen das Matterhorn mit kalkulierbaren Risiken zu erklimmen.

Stoffe für alte und neue Heldengeschichten

Wollpullover schützen die Erstbesteiger vor Kälte. Dennoch sind sie kratzig, schwer – und saugen Regenwasser auf wie ein Schwamm.

Kein Vergleich zu den heutigen synthetischen Stoffen. Ob Gore-Tex oder Softshell – sie schützen zuverlässig vor Kälte, Wind und Nässe. Dabei ist die Bekleidung äusserst leicht und trägt sich angenehm. Zumindest bei der Unterbekleidung gibt es aber einen Trend zurück zum Naturprodukt: Immer mehr Hersteller entdecken die Vorteile der Merinowolle und ihr herausragendes Temperaturmanagement.

Schutz vor Fehltritten

Obwohl es Steigeisen schon 1865 gibt, verschmäht sie Matterhorn-Erstbesteiger Edward Whymper als «künstliche Hilfen», auf die man sich nicht verlassen könne. Das Abrutschen seines Kameraden Douglas Robert Hadow aus der Erstbesteigergruppe hätten sie vielleicht verhindern können. Und somit den tödlichen Sturz, bei dem drei weitere Bergsteiger mitgerissen werden und verunglücken.

Heutzutage sind Steigeisen beim Begehen schwerer Routen ein unverzichtbares Hilfsmittel. So auch beim Aufstieg auf das Matterhorn.

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